Zen in der Kunst der Fotografie

15 05 2010

Worum geht es bei der Fotografie? Aufgeworfen hat diese Frage kael in seinem Blogbeitrag Fotografieren macht Probleme Teil II

Bei Fotografie geht es um fotografieren? Oder geht es um das Bild (die Bilder)? Die Frage ähnelt ein wenig der, mit dem Huhn und dem Ei. Fällt die Antwort hier noch eindeutig aus, oder gibt es schon Zweifel?

Kael beantwortet diese Frage für sich noch eindeutig:

Es geht um das Bild (die Bilder)! Ginge es um das Fotografieren als Selbstzweck, ist der Fotograf „nur“ Master of technic and light (kann ja auch schön sein, wers mag).

Meine Antwort geht in eine andere Richtung.

Ginge es nur darum, „schöne“ Bilder zu kreieren, könnte ich sofort mit dem Fotografieren aufhören. Fast alles ist schon fotografiert worden, vieles besser, als ich es je könnte.

Da muss also noch mehr sein.

Die Antwort von mir52 kommt meiner Intention schon näher:

Das Fotografieren als Eigensinn. Der Blick durch den Sucher, die taktilen und haptischen Senationen beim Anfassen der Kamera, das Auslösegeräusch… allein wenn ich wie letzhin im schönsten Sonnenschein um eine Magnolie schleiche, tanze, krieche um neue aufregende Fragmente zu finden und fest zu halten. Einfach nur geil!

In seinem Blogbeitrag geht er zwar zunächst doch wieder den „Jakobsweg“ auf die Suche nach dem „Bild der Bilder“ und vergleicht diese Jagd gar mit der Gralssuche, doch bringt er dann den philosophischen Aspekt ins Spiel, der mich nicht mehr losgelassen hat.

Zen und die Kunst ein Motorad zu warten. Auch dieser neuzeitliche Entwicklungroman mit philosophischen Hintertreppen mutet wie eine Gralssuche an

meint mir52.

Robert M. Pirsig redet der bewussten Konzentration auf die kleinen Dinge und dem sich-einlassen auf die Technik das Wort.
Und er hat Recht: Sei es nun die Wartung eines Motorrades oder das „Beherrschen“ von Kamera und Licht.

Zen in der Kunst der Fotografie !

Hier habe ich also meine primäre Motivation bei der Fotografie gefunden. Der Abendspaziergang war so eine Situation: An diesem Nachmittag wollte ich nur ein wenig probieren, aber herausgekommen ist viel mehr. Nicht dass ich das perfekte Bild geschossen hätte. Das habe ich nicht.

Aber ich habe den Augenblick der Komposition genossen, den Aufbau des Stativs, das Einstellen von Blende und Belichtungszeit und schließlich das Betätigen des Auslösers quasi als Setzen des Schlusspunktes unter diesen kreativen Akt.

Wobei der Buddha nicht nur im haptischen Erlebnis beim Anfassen und Bedienen der Kamera zu finden ist, sondern schon viel früher. Das gemächliche Gehen, Umschauen und Stehenbleiben… Das Schweifenlassen des Blickes über die Landschaft auf der Suche nach dem Motiv.

Der Fotograf versucht, eins zu werden mit der Natur, die er ablichten will. Er versucht, das Besondere des Baumes einzufangen, der ihn so fasziniert. Er versucht den Eindruck, den die Landschaft auf ihn macht, auf dem Bild festzuhalten, um sich an diesen Moment zu erinnern oder andere an ihm teilhaben zu lassen.

Das ist für mich Zen in der Kunst der Fotografie.





Stativtechnik

9 05 2010

Bei meinem letzten Fotowalk in die Natur stellte sich das Problem, ein am Boden liegendes Objekt direkt von oben zu fotografieren, wobei die Kamera jedoch von einem Stativ gehalten werden soll (wo sie bei ernsthafter Naturfotografie ohnehin hingehört).

Bei dem von mir benutzten Stativ stieß ich da an dessen Grenzen. Dachte ich. Aber der Reihe nach.

Irgendwo hatte ich mal das Foto eines Stativs mit einer Art „Galgen“ gesehen, an dem die Kamera dann kopfüber hängt. Also erkundigte ich mich bei meinem geschätzten Kollegen und Stativexperten Axel Schulze. Hier bekam ich die Information, dass man bei einigen Stativen die Mittelsäule bis zum Anschlag heraus ziehen, unten an der Mittelsäule ein kleines Knöpfchen drücken, und die Mittelsäule dann um 90° abknicken und quer in die Stativbasis stecken kann.

Hört sich nicht schlecht an – aber ein neues Stativ wollte ich mir nur für solche Gelegenheiten natürlich nicht zulegen.

Muss ich auch nicht. Denn beim Nachdenken, dass ich bei meinem Stativ die Mittelsäule nicht nur gegen ein kürzeres Exemplar tauschen, sondern sie auch komplett umdrehen kann, fiel bei mir der berühmte Groschen.

Ein bisschen Probieren am Kugelkopf und schon hängt die Kamera da, wo sie soll:

Die Stativplatte wird in die Hochformat-Position gebracht und man muss nur darauf achten, die Kamera „verkehrt herum“ auf die Stativplattenhalterung zu schieben, damit die dicke Rädelschraube nicht im Weg ist.

Ich schätze zwar, dass man das Ganze auch mit einem Dreiwegeneiger hinbekommt, aber trotzdem bin ich froh, mich beim Kauf für einen Kugelkopf entschieden zu haben.





Abendspaziergang

8 05 2010

Nachdem sich die dicken Regenwolken, die den ganzen Tag über den Himmel bedeckten, halbwegs gelichtet hatten, schnappte ich mir meinen Fotorucksack und mein Stativ und machte mich auf den Weg.

Ich wollte ein paar Tipps umsetzen, die ich gelesen hatte.

Ein schönes Motiv „brutal“ zu beschneiden, um die Bildwirkung zu erhöhen, habe ich früher immer vermieden. Ich hätte z.B. diese Baumgruppe in der Totalen fotografiert, um ja alles auf’s Bild zu bekommen:

Die Bildwirkung entspricht nicht dem, was ich mir vorgestellt hatte. Eine Veränderung des Ausschnitts bewirkt Wunder:

Die Baumgruppe ist auf das (für mich) Wesentliche reduziert und durch die Wiese im Vordergrund drückt das Foto das aus, was ich empfunden habe.





Heimkehrer

30 04 2010

„Unser“ Storch ist wieder da!

Zwar sind bisher alle Versuche, ihn auf dem alten Schornstein ansässig zu machen, fehlgeschlagen. Aber besuchen kommt er uns wenigstens regelmäßig.





Wildgehege Glauer Tal

26 04 2010

Eigentlich war ich mit meiner Ausbeute aus dem Glauer Tal so gar nicht zufrieden. Aber „Zwölf gute Fotos in einem Jahr sind eine gute Ausbeute“, soll Ansel Adam mal gesagt haben. Legt man diesen Maßstab an, wird man bescheiden. Mein Favorit des Wochenendes ist diese bizarre Felsformation:

Eher eine Kuriosität ist die Skulptur, die den Besucher gleich am Eingang empfängt:

Auch wer nicht unbedingt die Vierbeiner ablichten will, findet auf diesem ehemaligen Truppenübungsplatz viele schöne Motive.
Immerhin bietet der geschätzte Kollege Axel Schulze hier einige seiner Workshops an.





Gartenarbeit

10 04 2010

Die wenigen Sonnenstrahlen heute nachmittag habe ich ausgenutzt, um mich mit der Makrofunktion meines neuen Sigma-Objektives vertraut zu machen. Hierbei habe ich festgestellt, dass die Schärfenebene bei Offenblende nur gefühlte ein bis zwei mm tief ist :-). Da der Autofokus natürlich nicht wissen kann, welches Detail des Objektes er jetzt hervorheben soll, ist es erschien es mir besser, ihn auszuschalten und manuell zu fokussieren.

Hier die Bilder:

Bei der Forsythie wird es besonders deutlich: Während die kleinen Knospen im Vordergrund scharf sind, verschwimmen die Blätter der zweiten Reihe schon deutlich.

Beim Flieder kann man schön erkennen, wie der Zweig von oben nach unten immer unschärfer wird.

Von unseren zwei Kirschbäumen sind die Knospen des ersten (s. oben) noch geschlossen, während die des zweiten schon ein wenig geöffnet sind:





Ein Männlein steht im Walde

12 11 2009

Wie man sieht, nicht nur eins!

Auf unserem Herbstspaziergang konnten wir jede Menge dieser Pilze in unterschiedlichen Größen bewundern:

Pilz1

Pilz2